Auch in der 9. Auflage des Spitzbergen-Handbuches haben sich zum Einen ein paar Fehler eingeschlichen, die vor dem Druck nicht bemerkt wurden - und zum Anderen verändert sich auch in der Arktis die Wirklichkeit weiter. Entsprechend biete ich auf dieser Seite Korrekturen und Aktualisierungen des Buchtextes, bis eine neue Auflage des Buches erscheint, in der diese Aktualisierungen dann mit berücksichtigt werden.Mit Erscheinen der 10. Auflage endet der Aktualisierungsservice für die 9. Auflage, diese Seite bleibt jedoch hier in der Webseite mit dem dann erreichten Inhalt für Besitzer der 9. Auflage bestehen.

Änderungswünsche: Falls Sie als Leser der 9. Auflage weitere Fehler oder Aktualisierungsbedarf entdecken: Schreiben Sie mir über das Kontaktformular (siehe Hauptmenü) eine e-mail !


Korrekturen und Aktualisierungen - sortiert nach Seitenzahl in 9. Auflage:

Nationalparks auf der Westseite mit Schwerölverbot in den zugehörigen Gewässern(grün umrandet - Ausnahmeregelungen für Magdalenefjord und Durchfahrt nach Ny Aalesund) und Betretverbot im Bereich von 8 Kulturdenkmälern (rote Punkte). Karte: Norsk Polarinstitutt und Sysselmannen

Seit 2010 - Anlaufverbot für Schiffe mit Schweröl auch im Westen
Seit 2010 dürfen Schiffe, die Schweröl als Treibstoffart an Bord haben, auch die Nationalparks auf der Westseite Spitzbergens nicht mehr ansteuern, nachdem der Osten schon zuvor für diese Schiffe gesperrt wurde. Dies betrifft sowohl Südspitzbergen (Hornsund, südlicher Bellsund), als auch die Territorialgewässer des Prins-Karls-Forlandet und den ganzen Nordwesten von Krossfjord bis Moffen. Da die Gewässer des Prins-Karls-Forland Nationalparks und des Nordvest-Spitsbergen-Nationalparks aneinander stoßen, blockiert diese neue Vorschrift für Schiffe mit Schweröl außerdem auch die Einfahrt in den Kongsfjord (Ny Aalesund).
Siehe kleine Karte rechts mit den Nationalparkgrenzen an der Westküste oder die als Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster PDF-Dokument herunterladbare größere Karte.
Allerdings gilt bis einschließlich 2014 für Schiffe mit Schweröl noch eine Ausnahmeregelung, die die direkte Einfahrt in den Magdalenefjord (Gräberhalbinsel) und nach Ny Aalesund vorläufig noch gestattet. Ab 2015 soll auch dies vorbei sein und es wird darüber hinaus erwogen, ab 2015 sogar ein generelles Schwerölverbot für ganz Spitzbergen einzuführen - mit Ausnahme der direkten Zufahrtsrouten nach Barentsburg, Longyearbyen und Sveagruva.
Schweröl gilt im Falle einer Havarie als erheblich umweltgefährdender, als der teurere Schiffsdiesel, da auslaufendes Schweröl nicht zur Oberfläche aufsteigt und daher kaum eingesammelt werden kann, sondern das Leben am Meeresboden und unter Wasser über lange Zeit stark schädigt. Aus demselben Grund ist Schweröl auch in der Antarktis auf Schiffen schon seit vielen Jahren verboten. Von den 29 Spitzbergen 2009 anlaufenden größeren Kreuzfahrtschiffen hatten 27 von 29 Schweröl an Bord (die kleinen Expeditionsschiffe arbeiten bereits alle mit Diesel, da sie schon in den vergangenen Jahren den Osten Spitzbergens sonst nicht hätten ansteuern dürfen). Soweit diese nicht auf die Mitnahme von Schweröl verzichten (in der Regel können für Schweröl geeignete Schiffsmotoren auch mit Diesel arbeiten), ist damit für die große Mehrzahl der Kreuzfahrtschiffe ab 2009 das Programm stark eingeschränkt, wobei die für die Informationsvermittlung zuständigen Schiffsagenturen es offenbar teilweise versäumten, die Reedereien über diese wichtige Änderung rechtzeitig zu informieren, sodaß für 2009 in vielen Programmen z.B. Ziele im Krossfjord oder Moffen noch genannt wurden, jedoch dennoch mit Schweröl an Bord nicht angesteuert werden dürfen. Ab 2015 bleiben für Schiffe mit Schweröl voraussichtlich nur noch Longyearbyen und Barentsburg als Ziele in Spitzbergen übrig - und auch diese nur bei Ansteuerung auf direktem Wege, während sich diese Schiffe im übrigen Spitzbergen sogar außerhalb der Hoheitsgewässer halten werden müssen, also mit ca. 30 km Abstand von den Küsten. Diese neue Regelung wird die Schiffahrt dazu drängen, entweder Spitzbergen aus dem Programm zu nehmen, oder weg von Schweröl auf den teureren Schiffsdiesel für Spitzbergenfahrten umzustellen - letztere Variante dürfte umso attraktiver werden, je mehr Destinationen ähnliche Verbote für Schweröl einführen.

Betretverbote in 8 Bereichen Spitzbergens mit besonderen Kulturdenkmälern
Seit 2010 dürfen 8 kleinere Bereiche Spitzbergens zum Schutz der dortigen Kulturdenkmäler nicht mehr betreten werden. Überwiegend handelt es sich dabei um Bereiche mit interessanten Relikten des Walfangs im 17. Jahrhundert, sowie der Trapperkultur, außerdem die deutsche Kriegswetterstation Haudegen.
Siehe kleine Karte rechts (rote Punkte), oder die als Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster PDF-Dokument herunterladbare größere Karte. 

Seite 58, 9. Auflage - Bildfehler:
Die beiden Bilder unten auf Seite 58 zeigen leider beide das Rote Steinbrech. Ein Bild des folglich fehlenden Stengellosen Leimkrauts (silene acaulis) findet sich in den Indexergänzungen zur 9. Auflage, Bild Nummer 0053 - Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterhier zu den Indexergänzungen klicken

Seite 158, 9. Auflage - Aktualisierung Einkaufsmöglichkeiten:
Der Kiosk "Isbjørnbutikken" ist 2009 in größere Räumlichkeiten im Lompensenter umgezogen. Wenn dieses abends schließt, ist der Kiosk bis 22:00 durch einen eigenen Eingang von der Hauptstraße her zugänglich.
Rebeccas Gaver og Souvenir heißt mittlerweile "Frisk Briis", mit etwas verändertem Warensortiment (Textilien, Souvenirs), aber an gleicher Stelle.
Der mittlerweile größte Sportartikelladen, Sportcenteret, befindet sich schräg unterhalb des Lompensenters auf der anderen Seite der Hauptstraße.
Gant: Modeboutique neben der Svalbar

Seiten 170-173, 9. Auflage - Aktualisierung Restaurants:
Kafe Busen (Seite 170):
Vor ein paar Jahren von einem einheimischen Familienbetrieb übernommen, führte die Ablehnung von deren Konzept durch einen Großteil der Einheimischen zu einem dramatischen Rückgang der Besucherzahlen. 2009 kündigte der Gebäudeeigentümer an, daß der Mietvertrag zum Jahreswechsel neu ausgeschrieben wird, damit ein neuer Betreiber die früher sehr beliebte und bestens gelegene Gaststätte übernehmen kann. Aktuell ist Kafe Busen seit Ende August 2009 für Publikumsverkehr geschlossen. Die Zukunft des Lokals ist unklar.
Fruene (Seite 171): 10:00-18:00 Uhr geöffnet.
Classic Pizza (Seite 171/172): Nur abends geöffnet, auch Pizza-Lieferservice, neuer Betreiber.
Barentz Pub: Im SAS Radisson Polar Hotel befindet sich nicht nur das elegantere Nansen Restaurant, sondern auch der sehr dunkel und modern gehaltene Barentz Pub, der nicht nur u.a. Norwegens Kneipe mit dem größten Absatz an Erdinger Weißbier ist, sondern auch eine Speisekarte (Pizza u.a.) bietet. Zugang vom Hotel-Vorraum aus.
Svalbar: Der jüngste Zugang der Longyearbyer Gastronomie ist nicht nur Bar, sondern bietet auch warme Gerichte. Besonders beliebt: die speziellen Hamburger und die selbstgemachten Pommes Frites.
Barentsburg: Besucher können im Barentsburg Hotel essen (Empfehlung: telefonisch vorbestellen - 79021814 - da nur wenig Besucher. Die Preise sind an Longyearbyer Verhältnisse angepaßt, die Essensqualität ist jedoch deutlich unter Longyearbyer Standards.
Pyramiden: Seit Sommer 2009 besteht im Frühjahr und Sommer eine improvisierte Möglichkeit, im Pyramiden Hotel eine warme Mahlzeit zu bekommen, Vorbestellung ist dringend anzuraten - im April 2010 erlebten wir, daß das gesamte Personal wegen Ende der Arbeitsverträge abgeholt worden war, ohne daß Geschäftspartner hierüber informiert worden waren: für den Termin habe es ja keine Vorbestellungen gegeben.

Seite 187, 9. Auflage - Bildunterschrift falsch:
Der abgebildete Eisbär tötete den Forscher nicht, sondern "skalpierte" ihn nur - die vollständige Geschichte finden Sie auf Seite 161.

Seite 188, 9. Auflage - Korrektur und Ergänzung Svalbard Museum:
Der Eintritt kostet für Erwachsene NOK 75 - statt Eintrittskarte bekommt man einen leicht wieder ablösbaren Aufkleber mit dem Museumslogo auf die Oberbekleidung. Es gibt außerdem ein Kombibillett für Svalbard Museum und Airship Museum (120 NOK). Keine Straßenschuhe im Museum erlaubt, einige Hausschuhpaare und Überzieher vorhanden.

Seite 189, 9. Auflage - Aktualisierung Pomor Museum:
Das Pomor Museum ist 2009 in vorläufige Räume im Kulturhaus umgezogen, wo nur ein Teil der Exponate ausgestellt wird, die im vorherigen Gebäude zugänglich waren. Das bisherige Gebäude ist sanierungsbedürftig.

Seite 213, 9. Auflage - Aktualisierung Longyearbyen Camping:
Ab Sommer 2009 kostet die Übernachtung pro Person und Nacht im Sommer NOK 100.
Saison: Der Campingplatz ist 2009 bis zum 20. September geöffnet und öffnet erneut Anfang April bis Anfang Mai 2010, sowie für die Sommersaison 2010 voraussichtlich um den 7. Juni 2010.
Weitere Preise, Informationen, etc. auf der sehr ausführlichen Webseite des Campingplatzes: www.longyearbyen-camping.com .

Seite 216, 9. Auflage - Ergänzung Kapp Linné:
Im Zuge der intensiveren Nutzung der Stationsgebäude als exklusivere Komfortunterkunft für Gruppen (ca. 40 Gästebetten) wurde die frühere traditionell-gemütliche Stationseinrichtung durch ein kühl-modernes Gesamtdesign einschließlich entsprechendem neuem Mobiliar und sonstiger Gestaltung der Räume abgelöst. Seit 2009 hat Kapp Linné die Genehmigung auch für touristische Sommeraktivitäten, wobei hier vor allem die einsame Lage und der Blick attraktiv sind, während die Exkursionsmöglichkeiten begrenzt sind (an Land nur nach Osten, da nach Norden und Westen Meer, nach Süden unmittelbar angrenzend das Vogelschutz-Feuchtgebiet mit sommerlichem Betretungsverbot).

Seite 216, 9. Auflage - Aktualisierung Unterkunft Pyramiden:
Über den Sommer 2009 hatte Trust Arktikugol eine provisorische Genehmigung, in 3 Wohncontainern am Hafen von Pyramiden Besucher einzuquartieren (NOK 400 pro Person und Nacht, ohne Frühstück). Diese Genehmigung läuft im Herbst 2009 aus. Für eine weitere Nutzung muß eine endgültige Genehmigung mit entsprechender Überprüfung des Einhaltens der verschiedenen Vorschriften durch den Sysselmann eingeholt werden - wann dies geschieht, ist unklar. Parallel dazu hat Trust Arktikugol begonnen, das Hotel in Pyramiden zu renovieren. Für dessen Inbetriebnahme müssen jedoch noch umfangreichere norwegische Überprüfungen bestanden werden - ob dies schon für 2010 gelingt, ist unklar. Die Hotelküche bietet in der Saison teilweise Essen an - Vorbestellung dringend anzuraten.


Letzte Änderung: 23.05.2010